Vorstudie zum Einsatz von e-Mobilität für Logistikstandort in Berlin

Immer wieder müssen neue Logistikstandorte erschlossen und aufgebaut werden. Hierbei kann TOP-Energy® wichtige Hilfestellungen in der Planung sein. Im Zuge der 4. Wildauer Logistikwerkstatt wurde vom Team für Technik gemeinsam mit Studierenden der TH Wildau eine dazu passende Vorstudie durchgeführt. Diese untersuchte  für ein neu zu bauendes Logistikzentrum der Gesundheitsbranche in Berlin mit Hilfe von TOP-Energy®, ob ein Einstieg in e-mobile Verteilnetze machbar und sinnvoll ist. Hierfür wurden unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen verschiedene Versorgungsvarianten miteinander verglichen. Ziel der zeitschrittbasierten Anlagensimulation war die Ermittlung der Stromgestehungskosten für Elektromobilität, ohne zusätzliche Energiebedarfe zu schaffen.

Ergebnisse der Vorstudie

Einsparung von Betriebskosten gegenüber reinem Netzstrombezug

Im Variantenvergleich könnten durch den Einsatz von E-Mobilität mit Ladeinfrastruktur 2,5 ct/ kWh eingespart werden, zusätzlich blieben die Erzeugungsanlagen unverändert.

Einsparung von CO2-Emissionen

Der Einsatz einer elektromobilen Teilflotte würde ggü. einer Dieselflotte 20 % der CO2-Emissionen einsparen, bei Bezug von Ökostrom sogar 90 %

Investitionskosten bleiben gleich

Beim Einsatz einer elektromobilen Teilflotte würden die Investionskosten ggü. der Referenzvariante unverändert bleiben.

Arbeitsschritte der Vorstudie

Zugrundeliegende Methodik ist eine Differenzbetrachtung verschiedener Versorgungsvarianten. TOP-Energy® ermöglicht dabei nicht nur die zeitschrittbasierte Anlagensimulation, sondern ermöglicht auch die Veranschaulichung komplexer Bedarfe und stellt übersichtlich Unterschiede und Gemeinsamkeiten der untersuchten Systeme dar.

1. Berücksichtigung von Ausgangssituation und Rahmenbedingungen

Zur plausiblen Untersuchung wurden die Ausgangssituation des Standortes und seine Rahmenbedingungen in der Simulation berücksichtigt. Hierzu gehören ein hoher Strombedarf der Gebäude und Anlagen, außerdem Energiebedarfe für Spül- und Waschtechnik sowie ein Kältebedarf.

2. Anlagentechnische Konfiguration​

Zur Erzeugung von Kapazitäten für den Flottenbedarf musste der Strombezug gesenkt werden. Als mögliche Einsparpotenziale wurden das Vorwärmen des Spül- und Waschwassers, ebenso wie eine Kraft-Wärme-Kopplung mit Photovoltaik oder eine Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung vorgeschlagen und für die Simulation als Modelle in TOP-Energy® eingepflegt und konfiguriert.

3. Simulation verschiedener Varianten

Drei Varianten wurden bezüglich Bedarf und Erzeugung von Wärme und Strom miteinander verglichen: Ein Referenzfall ohne den Einsatz von Elektromobilität, eine Variante mit E-Mobilität und Ladeinfrastruktur sowie eine Variante mit E-Mobilität und stationären Batterien. Zusätzlich wurden die anlagentechnischen Konfigurationen berücksichtigt. TOP-Energy® hilft durch unkomplizierte Handhabung und eine anschauliche grafische Darstellung der Ergebnisse.

4. Ergebnisanalyse

Der Variantenvergleich zeigte, dass der Einsatz einer elektromobilen Teilflotte mit zusätzlicher Ladeinfrastruktur empfehlenswert ist. Mit dieser Variante könnten Kosten im Wert von 2,5 ct/ kWh gegenüber einem reinen Netzbezug von Strom gespart werden. Gleichzeitig würden die CO2-Emissionen reduziert werden können, mit entsprechendem Ökostrombezug sogar um 90 %. Obwohl in eine Ladeinfrastruktur investiert werden müsste, wären die Investitionskosten identisch einer konventionellen Energieversorgung und geringer gegenüber der Nutzung mit stationären Batterien. 
Als sinnvollste Anlagenvariate konnte diejenige mit BHKW identifiziert werden. Mit ihr konnte durch eine Stromerzeugung auch im Sommer der Gesamtbedarf für Strom gesenkt und der für Wärme gedeckt werden.

5. Empfehlung für die Planung und Entwicklung des Standorts

Die aus der Vorstudie resultierende Empfehlung war, in eine e- mobile Teilflotte mit zugehöriger Ladeinfrastruktur zu investieren, um langfristig Kosten zu sparen und Energie nachhaltig zu nutzen und zu erzeugen. Bei Umsetzung könnten weitere Optimierungs- und Flexibilitätspotenziale wie z.B. eine Sektorkopplung realisiert werden. Ebenfalls wurde für die Einbindung eines BHKW ins Versorgungsnetz zur optimalen Deckung der auftretenden Bedarfe plädiert.

Projekt- und Ansprechpartner

Ingenieure für Energie- und Versorgungstechnik

Stendaler Str. 4, Hofgebäude

10559 Berlin

Ansprechpartner: Alexander Buschmann

Mail: buschmann@tftgmbh.de

Tel.: 030. 809 33 10-72

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